232 – LADA Diabetes Typ 1, Typ 2 oder doch Typ 1.5?

LADA Diabetes Typ 1? Vielleicht ja oder vielleicht doch ein Diabetes Typ 2? Ich bin für dazwischen!! Also ein Diabetes Typ 1.5.

Bei der Behandlung von Menschen mit Diabetes ist es wirklich wichtig zu wissen, welche Art von Diabetes er hat.

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Wenn wir nicht mit dem richtigen Diabetes diagnostiziert werden, erhalten wir oft nicht die richtige Behandlung



Wenn Du die Diagnose Diabetes gestellt bekommst, verlässt Du Dich doch auf diese Aussage. Wir verlassen uns auf Hinweise aus Dingen wie Bluttests und den körperlichen Anzeichen und im Fall, dass Du es verpennt hast an der Art und Weise, wie Dein noch nicht erkannter Diabetes schon fortgeschritten ist.

All diese Ergebnisse werden am häufigsten in Typ 1 und Typ 2 unterteilt

Wenn einer jünger und dünn ist, mit einem schwereren und plötzlichen auftretenden Diabetes und einer Ketoazidose, sprechen wir in der Regel von einem klassischen Typ 1 Diabetiker.

Ein älterer Erwachsener, der übergewichtig ist und einen langsameren Anstieg der Glukose hat, ist wahrscheinlich ein Typ-2-Diabetiker

Tag für Tag werden diese “einfachen” Merkmale angewandt und schnelle Diagnosen gestellt. Auch bei mir war das damals so. Hoher Zucker, 30 Jahre = Typ 2 und Zack eine Diät mit 1.500kcal, obwohl durch den Diabetes schon 5kg Gewicht verloren habe. Bei 65kg und einer Körpergröße von 1,77m. Merkst de wat?

Leider spielt uns das Leben einen Streich. Somit sind immer wieder einige Typ 2 Diabetiker gar keine Typ-2 Diabetiker, sondern haben einen LADA Diabetes

Nein ich rede jetzt nicht darüber, dass jeder Typ-2 Diabetiker einen LADA hat, also jetzt meine ich das Auto. Witzle g´macht. Den Hersteller Lada gibt es aber wirklich. Kein Scheiss.

LADA (Latent Autimmune Diabetes in Adult) steht für Latenten AutoimmunDiabetes bei Erwachsenen

Wie bitte was? Ok, es ist einfacher zu verstehen, wenn man die Bedeutung “Latent” einfach mal nachliest.

Die große und mächtige Frau Google erzählt uns Folgendes darüber:
vorhanden, aber [noch] nicht in Erscheinung tretend; nicht unmittelbar sichtbar oder zu erfassen Beispiel: „eine latente Gefahr“

Die Person, nennen wir sie Mr. X, trägt Antikörper wie beim Typ 1 in sich und braucht in der ersten Zeit auch noch kein Insulin und ist meistens älter und muss nicht unbedingt übergewichtig sein. Also nicht wirklich Typ 1, aber auch nicht wirklich Typ 2? Somit nehmen wir das Ding einfach dazwischen und nennen es jetzt Typ 1.5 oder in der Sprache von Whisky-Liebhaber: Es handelt sich um einen Blended Diabetes 

Es ist technisch gesehen ein Art Subtyp von Typ-1 Diabetes, aber seine Merkmale geben ihm das Aussehen, eine Art Mischung, daher mein Vergleich mit dem blended Whisky, aus Typ 1 und Typ 2 zu sein. Ich möchte nicht unbedingt in der Haut vom Onkel Doktor stecken, um das einmal schnell zu entscheiden. Kann die Sache also ziemlich schwierig machen. 

Dummerweise gilt der alte Spruch: “Was der Bauer nicht  kennt, isst er nicht.” auch hier. Wenn man die LADA Form nicht kennt, wie soll man sie dann erkennen? 

Typ-2-Diabetes ist mit über 400 Millionen Menschen weltweit unglaublich weit verbreitet. Somit haben wir auch einen extremen Fokus darauf … und auch die Wirtschaft, gelle?

Man vergisst sehr leicht, dass es auch andere Formen gibt.

Schätzungen zufolge haben Menschen, bei denen Typ-2-Diabetes ohne Bezug zu Fettleibigkeit diagnostiziert wurde, tatsächlich eine Tendenz zum LADA. Nein ich meine jetzt nicht wieder das Auto in der Garage.

In irgendeiner Studie habe ich einmal aufgeschnappt, dass bis zu 10% der Typ 2 Diabetiker falsch diagnostiziert wurden und eigentlich einen LADA haben.

10% von über 400 Millionen Typ 2 Diabetiker sind mal eben 40 Millionen fehldiagnostizierte Typ 2 Diabetiker. 

Schärfen wir einmal unser Bewusstsein

Der klassische Typ-1-Diabetes tritt am häufigsten in der Kindheit oder im jungen

Erwachsenenalter auf und hat häufig diesen schnellen Beginn, der dadurch verursacht wird, dass das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. 

Typ 2 beginnt in der Regel in einem späteren Alter und hat einen schleichenden Verlauf, der eher durch Resistenz gegen Insulin bekannt ist und nichts mit einem Autoimmunangriff zu schaffen hat.

LADA ist eine Mischung aus diesen Eigenschaften und wenn wir bestimmte Schlüsselkomponenten nicht erkennen, kann es ziemlich leicht zu Fehldiagnosen wie Typ-2-Diabetes kommen.

Der beste Weg, Diabetes zu diagnostizieren, ist im frühen Krankheitsverlauf, bevor sich die Symptome entwickeln. Idealerweise würde Dein Doc einen routinemäßigen Bluttest bei einem Checkup anordnen und bemerkt zufällig, dass die Blutzuckerwerte höher als normal sind bzw. der Langzeitwert (HbA1c) ist leicht erhöht. Wie schon gesagt, musst Du hierfür nicht übergewichtig sein. Lassen wir also einmal das Klischee beiseite.

Wenn sich der Blutzucker ordentlich im oberen Sektor tummelt, wird es schon spannender, denn nun kommen die typischen Diabetes-Symptome ins Spiel und Du nimmst unbeabsichtigt ab, bekommst Durst, pinkelst usw.

Jetzt wissen wir ein wenig mehr über LADA und schauen uns nochmal folgendes Beispiel an: 

Eine Person in den Vierzigern oder Fünfzigern, eher schlank als schwer, die gerade mit der Diagnose Diabetes Typ-2 heimgeht, könnte somit unter Verdacht stehen, dass etwas nicht ganz der Norm für den typischen Typ-2 entspricht.

Menschen mit LADA brauchen Insulin viel früher im Verlauf der Behandlung, was ebenfalls hellhörig machen sollte.

Manche Typ-2-Diabetiker brauchen oft nie Insulin, aber selbst wenn sie es brauchen, dauert es normalerweise einige Jahre, bis der Punkt erreicht ist, an dem sie Insulin brauchen.

LADA sollte daher wirklich immer wieder in Betracht gezogen werden.

Das  Immunsystem bei Typ 1 und LADA produziert Antikörper gegen die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese können mit einem einfachen Bluttest gemessen werden. Sind diese vorhanden … Tataaaa …. Diagnose bestätigt.

LADA Diabetes Antikörper?

Einer der wohl am häufigsten durchgeführt Test für Antikörper heißt: GAD65 In Wikipedia findet man eine schöne theoretisch einfach zu verstehende Beschreibung

“Glutamat-Decarboxylase-Antikörper gegen die Isoform 65 sind zu Beginn der Erkrankung bei 50–70 % der Typ-I-Diabetiker nachweisbar.[4] Insbesondere beim Erwachsenen mit neu aufgetretener Zuckerkrankheit dienen sie dazu, frühzeitig einen Typ-2 von einem Typ-1-Diabetes zu unterscheiden (siehe auch LADA = latent autoimmune diabetes in adults).[5]

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Glutamat-Decarboxylase  Wikipedia)

Ein weiterer Test, der hilfreich ist, wenn man versucht, LADA von Typ-2-Diabetes zu unterscheiden ist, die C-Peptide zu messen. Mit diesem Test bekommst Du heraus, wie viel Insulin Deine Bauchspeicheldrüse noch produziert. Ganz einfach heruntergebrochen: Jedes Molekül dieses C-Peptids, das gemessen werden kann, bedeutet, dass ein Molekül Insulin in Deinem Körper gebildet wurde. 

Da die Herstellung von Insulin gleichzeitig der einzige Ort ist, an dem dieses Zeug herkommt, ist die Bestimmung auch so “einfach”.

Ist das C-Peptid niedrig oder wenn es keines gibt, produzierst Du bzw. Deine lahme Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin.

Ein niedriger Spiegel ist somit wieder ein Zeichen für Typ 1 oder eben LADA 

Typ-2-Diabetes ist eher der Endgegner für Insulin. Er ist einfach resistent gegen den guten Stoff. Die Bauchspeicheldrüse versteht die Welt nicht mehr und haut einfach tonnenweise immer mehr Insulin raus.

Wenn man die C-Peptide gemessen werden, so sind diese logischerweise nicht niedrig, sondern hoch. Wir haben vorher gelernt, wenig C-Peptid, wenig Insulin. Viel C-Peptid … na? Richtig! viel Insulin.

Es ist also so unglaublich wichtig, die richtige Diagnose zu finden, dass wir die richtige Behandlung bekommen. OK, ich hab sie schon, aber was ist mit Dir?

LADA wird am Ende mit Insulin behandelt. Das kann die klassische “Penner”-Therapie sein, also ein Insulin-PEN mit kurzwirksamen Insulin und ein PEN mit langwirksamen Insulin oder “ein Leben auf Pump” mittels einer klassischen Insulinpumpe (mit oder ohne Schlauch)

Der einzige Vorteil von LADA ist, habe ich jetzt echt Vorteil gesagt? Ein bisschen vielleicht. Die Schädigung der insulinproduzierenden Zellen ist langsamer und schleicht so vor sich hin, dass nicht gleich auf Insulin umgestiegen wird. Anhand der C-Peptid Bestimmung können einige Docs wiederum bestimmen, wann es sinnvoll ist, die Nadel anzusetzen.

Selbst mit oralen Medikamenten wie DPP-4 Hemmer oder nicht insulininjizierte Medikamente namens GLP-Medikamente können oft mehrere Monate bis wohl auch Jahre wirksam sein.

https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_lexikon/ddp-4-hemmer https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_lexikon/glp-1-rezeptor-agonisten

Bzgl. den ganzen Medis bitte Deinen Doc fragen.

FAZIT

LADA ist in meinen Augen von Typ 1 und Typ 2 zu trennen. Ja, es ist ein Autoimmunangriff auf die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, aber es verhält sich anders, es kann anders behandelt werden, es ist viel langsamer  als Typ 1, weil es eben nicht so mit KRACH BUMM PENG hier bin ich einsteigt, sondern eher so chillig smooth und völlig entspannt daherschleicht. Ganz klar … ein Zwischending: 

Es bleibt für mich ein Typ 1.5 Diabetes, bis die Transuse LADA sich entschieden hat, richtig ins Camp Typ-1 einzusteigen. 

Show Notes

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