139 – Die nervtötende Krankheit Diabetes. Was versteht man unter Diabetische Neuropathie?

Als Diabetiker ist es eines der letzten Themen, mit dem ich mich beschäftigen will. Fakt ist jedoch, dass ich, Du, wir alle, darüber Bescheid wissen und ggf. handeln müssen!

Egal welche Evolution wir uns bei Menschen anschauen, krabbeln wir auf Händen und Füßen und danach schaffen wir es in den aufrechten Gang zu wechseln. Am Ende latschen die meisten Menschen auf Ihren Füßen durch ihr gesamtes Leben …. auch mit Diabetes. Die Frage, die wir uns stellen dürfen ist: Wie lange?

Zehen ab, Fuß ab, Bein ab, waren meine ersten Gedanken

Nach meiner Diagnose lag ich erst einmal im Krankenhaus und danach begann in der Nacht das Kopfkino. Vor vielen Jahren war ich beruflich im Rettungsdienst und haben natürlich regelmäßig Patienten in die Dialyse gefahren und in Praxen eingesammelt. Diagnose bei diesen Patienten? Ja, auch Diabetes! Nieren kaputt, Zehen teils weg oder eben auch mal mehr. In der Nacht habe ich alles verallgemeinert, was nur ging. Diabetes = Amputation = Rollstuhl = Leben ade!

Krass! Ja, das waren wirklich meine Gedanken in der Nacht und die Tränen sind ebenfalls gekullert, weil das Leben wohl nicht mehr so dolle werden kann.
Spoiler-Alarm: Es ist gut ausgegangen und ich bin verdammt gut drauf!

Uhhhhhhh was für ein Anfang. Ja, gell? Hübsch rein, gruselig raus.

Ich will Euch ja auch nur nerven … Apropos Nerven

Laut sciencedirekt.com bekommen 25 – 35% aller Typ 1 und Typ 2 Diabetiker über kurz oder lang eine Diabetische Neuropathie.

Definition Diabetische Neuropathie

Die Diabetische Neuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nerven, deren Ursache der Diabetes Mellitus OHNE andere Ursachen. Sonst wäre der Titel auch Banane.

Die Diabetische Neuropathie kann das sensorische (z.B. Füße) und/oder autonome (z.B. Verdauung) Nervensystem betreffen.

Nervenzellen regenerieren sich nicht und Nervenfasern brauchen ewig, bis diese nachwachsen.

Ursache, die unsere Nerven nerven

Eine lange schlecht eingestellte Diabetes und somit auch hohe Blutzuckerspiegel. PUNKT!

Symptome – jetzt nicht gleich nervös werden

  • Taubheitsgefühl
  • Sensibel Reizerscheinungen, z.B. Kribbeln an den Gliedmaßen
  • Schmerzen

Wenn unsere Zehen nur „schnarchen“ könnten

Das letzte was ich will ist jetzt Panik machen. Nur denkt einfach daran, wenn über die Zeit immer wieder komische nicht bekannte Symptome auftauchen, so erwähnt das einfach bei der nächsten Untersuchung oder besser noch: Ruf Deinen Diabetologen an!

Risikofaktoren? – No risk no fun? Ähhhh nein!

Nein, nur weil Du jetzt rauchst, trinkst oder dich schlecht ernährst oder viel viszerales Fett hast, fallen Dir nicht gleich durch den Diabetes die Zehen ab. Nur sind das immer wieder die Kameraden, die aufgezählt werden, wenn es um Risikofaktoren eben geht.

Kurzum: Achte auf Deine Lebensgewohnheiten und überdenke vor allem als Diabetiker, ob gewisse Dinge so sinnvoll sind … gilt übrigens auch für Nicht-Diabetiker 😉

Vermeidung? – Regelmäßige Untersuchungen

Alle, die regelmäßig bei der Quartalsuntersuchung sind, kennen die Prozedere wie

  • Temperaturempfinden durch ein Stück Metall, dessen eine Seite warm gerubbelt wird und die andere bleibt kalt. Wir dürfen mit geschlossenen Augen heraulsbekommen, was kalt oder warm war
  • „Stimmgabel“-Test für das Vibrationsempfinden – auch mit verschlossenen Augen. Bitte nicht bescheissen und extra lange warten.
  • Druckwahrnehmung durch das Monofilament (Kunststofffaden / Plastikpiekser). Hierbei musst Du die Augen schliessen und sagen, wo am Fuß der Druck ausgeübt wird.
Was Du auch einfach selbst machen kannst
  • Schau Dir regelmäßig Deine Füße an, ob irgendwelche Risse in der Ferse sind oder irgendwelche Verletzungen, die Du nicht gespürt hast. Gönne Dir ab und an eine Fußmassage. Wenn Deine Füße davon nichts mitbekommen, hast Du a) Geld versenkt und b) kannst Du Dir gleich einen Termin beim Arzt machen!
  • Beim Abtrocknen einfach mal darauf achten, ob Du Deine Zehen spürst – krass, wie sich das jetzt liest 🙂

Bring Deinen Leben und Diabetes auf Kurs

Ja. So meine ich das auch. Wenn Du Schäden hast, ist das jetzt kein Grund alles hinzuschmeissen und laut „Scheiß Leben“ zu brüllen.

Nimm den Wink mit dem Zaunpfahl an und beschäftige Dich intensiv mit Deinem Diabetes und Lebensgewohnheiten. Nimm Kontakt mit anderen Diabetikern auf, die in gleichen Situationen waren/sind und lass Dir Tipps geben.

Wenn Du schon Symptome hast oder schlimmsten Fall auch schon Schäden, so kannst Du jedoch weitere Verläufe durch die Verbesserung Deiner Blutzuckerwerte verlangsamen.

Show Notes

072 – Jennifer Harmuth – Am 24.12.2016 hatte ich meinen zweiten Geburtstag

138 – Diese 5 Tipps entlasten Eure DiaEngel beim nächsten Quartals-Termin

Events

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Sascha Schworm - Gründer und Betreiber vom Podcast Zuckerjunkies
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