Solo

476 – Gummibärchen oder SugrSugr Carb Shot

Gummibärchen oder Shot? Mein Gehirn hat sich selbst zum Duell herausgefordert.

Manchmal reicht ein Blick auf den Sensor, und im Kopf beginnt ein kleines Battle. Bei mir war es diesmal wörtlich gemeint: Ich habe meine beiden Hirnhälften gegeneinander antreten lassen. Die eine heißt Haribo. Die andere SugrSugr. Und beide wollten unbedingt gewinnen.

Der Auslöser war simpel. Ich sitze mit vollem Mund Gummibärchen im Podcast-Studio und merke: Diese Frage stellt sich jeder mit Typ 1 Diabetes ständig. Nehme ich jetzt die Tüte oder den Shot? Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt drauf an. Nicht auf Geschmack, nicht auf Gewohnheit – sondern auf die Situation.

Deshalb habe ich mir in dieser Folge ein eigenes kleines Spiel gebaut. Ich habe mir Alltagssituationen vorgenommen und beide Kandidaten gegeneinander antreten lassen. Auf dem Sofa, mit zehn Minuten Zeit bis zum Gassigehen? Gummibärchen, ganz entspannt. Auf dem Fahrrad, mit fallender Tendenz und keiner Zeit zu verlieren? Klar, der Shot. Denn SugrSugr wirkt einfach schneller – 30 Milliliter, gepackt mit acht schnellen und zwölf langsamen Kohlenhydraten auf 20 Gramm. Meine Gummibärchen bringen es auf etwa sechs Gramm pro Portion, und bis sie überhaupt richtig verarbeitet sind, ist Zeit vergangen, die ich nicht immer habe.

Beim Sport wird es noch klarer. Vor dem Training, mit 30 Minuten Belastung vor mir und einem Wert, der schon in Bewegung ist: Shot, weil ich nicht erst zehn Minuten warten will, ob die Bärchen überhaupt anschlagen. Beim Schwimmen sowieso – mein Körper verbrennt beim Schwimmen wie ein Kraftwerk, da reicht ein normaler Hypo-Snack oft gar nicht, und ich greife zu deutlich mehr Kohlenhydraten, teilweise sogar zu Gels mit Koffein. Nach dem Sport, wenn ich den Nachbrenner-Effekt kenne und unterwegs bin, ist es wieder der Shot – schnell, unkompliziert, erledigt.

Aber es gibt auch die Gegenseite. Im Flugzeug zum Beispiel bin ich relativ entspannt unterwegs, da kann ich notfalls auch etwas anfordern – da dürfen die Gummibärchen ran. Im Kino ist es mir ehrlich gesagt ziemlich egal, was andere von meiner raschelnden Tüte halten. Bei offiziellen Terminen dagegen, wo ich nicht demonstrativ kauen möchte und niemand weiß, dass ich Diabetiker bin: Shot in die Hosentasche, rein, fertig, kein Gerede nötig.

Nachts im Hotel, wenn der Alarm bei 65 losgeht, greife ich mittlerweile auch lieber zu SugrSugr als zu großen Apfelsaftflaschen, weil es einfach praktischer ist und mich zuverlässig oben hält. Auf der Baustelle, wo ich selbst mit anpacke, ist es fast immer der Shot – schnell rein, Thema erledigt, ich muss mir keine Gedanken mehr machen.

Was mir bei diesem kleinen Battle aber am meisten aufgefallen ist: Es gibt keinen echten Gewinner. Es ist nicht die Frage, was der bessere Hypo-Snack ist. Die eigentliche Frage ist: Was brauche ich genau jetzt? Wie tief bin ich? Wohin geht der Trend? Habe ich noch aktives Insulin im Körper? Plane ich gerade Bewegung oder sitze ich gemütlich auf dem Sofa? All das entscheidet – nicht eine starre Regel, die ich stur durchziehe.

Und noch etwas liegt mir am Herzen: Hört auf, jede Fressattacke medizinisch zu begründen. Eine Hypo darf man auch mal genießen, keine Frage. Aber wenn schlechte Laune oder Lust auf Süßes der eigentliche Grund ist, dann ist das Psyche – und die darf man auch einfach so benennen, ohne sie hinter dem Diabetes zu verstecken.

Am Ende ist es wie so oft im Leben mit Diabetes: Es gibt keine Universalantwort, die für jeden und jede Situation passt. Es gibt nur dich, deinen Körper und die Erfahrung, die du sammelst, wenn du ausprobierst, wie beides bei dir wirkt. Also: Testet es. Findet heraus, was bei euch funktioniert. Und lasst euch von niemandem erzählen, es gäbe nur eine richtige Antwort.

Show Notes

439 – Diabetes trifft Unternehmergeist – SugrSugr erobert den Energiemarkt

https://sugrsugr.de/
https://www.instagram.com/sugrsugr.de/

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