464 – Diabetes im OP: Wie Assistenzarzt Eren seinen Alltag meistert
Typ 1 Diabetes im OP: Blutzucker-Strategien, Alltag als Assistenzarzt & echte Einblicke
Ich liebe diese Gespräche, bei denen du am Ende denkst: „Okay… das war gerade Next Level.“
Genau so eine Folge war das hier.
Ich hatte Eren zu Gast – Assistenzarzt in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Also jemand, der tagtäglich im OP steht, Knochen flickt, Menschen wieder zusammensetzt… und nebenbei einfach mal Typ-1-Diabetes hat.
Und ganz ehrlich? Allein das ist schon ein Statement.
Denn wie oft höre ich:
„Mit Diabetes kannst du das doch nicht machen…“
„Das ist zu gefährlich…“
„Such dir lieber was anderes…“
Bullshit.
Eren ist der lebende Gegenbeweis.
Seine Diagnose kam ziemlich spät – mitten im Leben, mitten im Job. Klassisch: viel trinken, viel Wasserlassen, aber wie das halt so ist… ignoriert. Selbst als Arzt.
Bis es dann geknallt hat: Blutzucker über 500, beginnende Ketoazidose – und plötzlich bist du nicht mehr der Arzt… sondern der Patient.
Und genau da beginnt die eigentliche Reise.
Was ich extrem gefeiert habe:
Er hat nicht angefangen, sein Leben dem Diabetes unterzuordnen.
Er hat es genau andersrum gemacht.
👉 Er ist so schnell wie möglich zurück in seinen Alltag.
👉 Zurück in den OP.
👉 Zurück in den Sport.
👉 Zurück ins echte Leben.
Weil genau da lernst du es.
Nicht im Lehrbuch.
Nicht in der Theorie.
Sondern im echten Leben.
Und jetzt wird’s spannend…
Wie zum Teufel funktioniert Diabetes im OP?
Sterile Umgebung. Stundenlange Eingriffe. Kein „Ich geh mal kurz was essen“. Kein „Ich korrigiere mal schnell“. Kein Spielraum.
Seine Strategie?
👉 Zielbereich bewusst höher ansetzen (ca. 150–180 mg/dl)
👉 Aktivitätsmodus der Pumpe nutzen
👉 Routinen schaffen – gleiche Mahlzeiten, gleiche Abläufe
👉 Team einbinden (ja, alle wissen Bescheid)
👉 CGM + Alarme als Backup
Und das Wichtigste:
👉 Unterzucker vermeiden – alles andere ist zweitrangig
Das ist kein perfekter Diabetes.
Das ist ein funktionierender Diabetes.
Und genau darum geht’s.
Was ich auch extrem stark fand:
Im OP ist er nicht allein.
Er darf gar nicht allein sein.
Und das zeigt dir mal, wie dieses System wirklich funktioniert:
Du wirst über Jahre aufgebaut.
Du lernst. Du assistierst. Du wächst rein.
Bis du irgendwann selbst der bist, der vorne steht.
Und jetzt kommt der Punkt, den viele unterschätzen:
👉 Das dauert.
Nicht 2 Jahre.
Nicht 5 Jahre.
Sondern eher 10 Jahre, bis du wirklich komplett frei operierst.
Das ist Commitment.
Und genau deshalb sage ich dir ganz klar:
Wenn du mit Diabetes irgendwas erreichen willst, dann brauchst du genau das Gleiche.
Geduld.
Routine.
Und die Bereitschaft zu lernen.
Immer wieder.
Denn das ist kein Sprint.
Das ist ein verdammter Marathon.
Und ja – es gibt Tage, da läuft’s nicht.
Thailand-Urlaub? Neue Küche? Neue Kohlenhydrate?
Willkommen im Chaos.
Aber auch hier wieder:
👉 Du passt an
👉 Du korrigierst
👉 Du lernst
👉 Du wirst besser
Und irgendwann kannst du sogar Pad Thai halbwegs berechnen 😉
Was bleibt also aus dieser Folge hängen?
👉 Diabetes hält dich nicht auf
👉 Dein Kopf tut es, wenn überhaupt
👉 Du kannst ALLES machen – wirklich alles
👉 Aber du musst bereit sein, Verantwortung zu übernehmen
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Message:
Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nur dranbleiben.
Mein Gast stellt sich vor
Hi,
ich bin Eren Demir, 28 Jahre alt und arbeite zurzeit als Assistenzarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie an einer Uniklinik. Seit etwa einem Jahr darf ich mich auch als Typ 1 Diabetiker betiteln. Nachdem ich durch deinen Podcast schon lernen durfte, was alles mit Typ 1 Diabetes so möglich ist (Everest besteigen, Marathon Rennen, Unternehmen gründen uvm) würde ich dir nun gerne erzählen wie so der Alltag in der Chirurgie mit Typ 1 ist und welche Hürden man so überwinden muss. Ich hoffe ich kann mit meiner Geschichte auch ein paar wenige Zuhörer inspirieren, so wie deine Vorgäste mich inspiriert haben.!
Was ist Dein aktuelles Lieblingslied, dass Du x-mal hören könntest?
Hast Du ein Lebensmotto, Mantra, Einstellung, die Dich täglich inspiriert?
Am Ende des Tages bereut man nur die Sachen, die man nicht ausprobiert hat.
Hast Du ein Morgenritual wie z.B. Kalt duschen, Liegestützen, Yoga oder ähnliches?
Schwarzer Kaffee. Podcast auf dem Weg zur Arbeit
Was ist Deine Lieblings-App/Tool oder Internet-Ressource z.B. auch zur Dokumentation Deiner BZ-Werte? (www, Tool, Software, App,…)? Was hat für Dich einen großen Mehrwert im Alltag?
ChatGPT
Carbetic
Show Notes
Was liest Du, hast Du gelesen bzw. gehört (Hörbuch) und was kannst Du empfehlen?
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