463 – KI als Diabetesberater: Mein Selbstexperiment und die brutale Wahrheit
Ich habe ein Experiment gemacht, das gleichzeitig faszinierend und ein bisschen beängstigend ist: Ich habe eine KI zu meinem persönlichen Diabetesberater gemacht.
DISCLAIMER für Menschen mit Brot zwischen den Ohren
Und bevor du jetzt auf dumme Ideen kommst – mach das bitte nicht einfach nach. Wirklich nicht. Denk selbst. Hinterfrag alles. Aber genau deshalb will ich dir erzählen, was passiert ist. Denn das Ergebnis hat mich ehrlicherweise ziemlich überrascht.
Die Ausgangsfrage war simpel:
Was wäre, wenn ich einen Diabetologen in der Hosentasche hätte?
Wir reden ständig über Technik – Closed Loop, CGM, Apps wie z.B. Carbetic-App (Folge 461). Aber das hier ging einen Schritt weiter. Ich wollte wissen: Kann eine KI meinen Alltag analysieren und mir wirklich helfen, besser klarzukommen?
Also habe ich angefangen, Daten zu liefern.
Morgens: Nüchternwert, Nachtverlauf, Frühstück.
Tagsüber: Mahlzeiten, geschätzte Kohlenhydrate, Reaktionen meines Systems.
Abends: wieder alles.
Dazu Bewegung, Screenshots meiner Kurven, sogar eine 90-Tage-Auswertung.
Und dann passierte etwas Spannendes.
Die KI hat nicht einfach Zahlen bewertet – sie hat Muster erkannt.
Sie hat gesehen, dass mein Morgen stabil ist.
Dass mein Mittag „okay“ ist.
Aber mein Abend? Katastrophe.
Und das war der erste Aha-Moment.
Ich dachte immer, mein Problem liegt im System.
Im Algorithmus.
Im Faktor.
Aber die KI hat mir etwas anderes gezeigt:
👉 Mein Problem ist mein Alltag.
Unstrukturierte Tage, spontane Mahlzeiten, schlechte Ernährung unterwegs – das war der echte Auslöser für meine Schwankungen.
Und dann wurde es richtig interessant.
Ich habe zum Beispiel morgens Eier gegessen. Normalerweise hätte ich Insulin abgegeben. Die KI sagt:
„Lass es. Dein Wert passt, dein System regelt das.“
Ich habe es getestet.
Und sie hatte recht.
Stabile Kurve. Kein Chaos. Kein unnötiger Bolus.
Oder ein anderes Beispiel:
Ich war unterwegs, hatte Hunger, esse schnell Nudelsuppe und Kekse.
Die KI sagt:
👉 „Klassische FPE-Falle.“
Schnelle Kohlenhydrate + Fett = verzögerter Anstieg.
Der Loop kämpft – aber verliert zeitweise.
Und genau das ist passiert.
Was mich wirklich umgehauen hat:
Die KI hat Dinge angesprochen wie Spritz-Ess-Abstand, ohne dass ich das Thema überhaupt eingebracht habe.
Das ist der Punkt, an dem es kurz spooky wird.
Aber gleichzeitig auch unglaublich hilfreich.
Nach ein paar Tagen kam ein Zwischenfazit:
- Morgen: stabil ✅
- Mittag: okay ⚠️
- Abend: Problemzone ❌
- Spontane Ernährung: kritisch
- Struktur = bessere Werte
Und plötzlich war klar:
👉 Nicht mein Diabetes ist das Problem. Mein Verhalten ist es.
Das tat kurz weh. Aber es war ehrlich.
Die KI hat mich nicht „therapiert“.
Sie hat mich gespiegelt.
Und genau das macht den Unterschied.
Sie hat mir gezeigt:
- Wann ich aus dem Rhythmus falle
- Welche Lebensmittel mich zerlegen
- Warum meine Time in Range schwankt
Und vor allem:
👉 Dass ich selbst der größte Hebel bin.
Natürlich hatte ich auch komplette Eskalationen – italienischer Abend, Spaghetti, Bruschetta, Tiramisu.
Dreifach-FPE-Bombe.
Ergebnis:
Erst runter, dann hoch, dann komplett entgleist.
Und die KI sagt trocken: „Überraschung.“
Was nehme ich daraus mit?
KI kann brutal ehrlich sein.
Sie kann Muster erkennen, die du selbst übersiehst.
Sie kann dir Feedback geben, wenn gerade kein Arzt verfügbar ist.
Aber – und das ist entscheidend:
👉 Sie ersetzt dich nicht.
Du musst weiterhin denken.
Du musst verstehen, was du tust.
Und du musst Verantwortung übernehmen.
Für mich war das Experiment ein Augenöffner.
Nicht, weil die KI meinen Diabetes gemanagt hat.
Sondern weil sie mir gezeigt hat, dass ich meinen Alltag besser managen muss.
Und genau da liegt der Schlüssel.
Show Notes
461 – Carbetic – Wie Diego mit 18 eine Diabetes-App entwickelt hat, die dein Leben verändert
Hier geht es zur App von Diego
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