Remissionsphase – das Restefressen einer Bauchspeicheldrüse und was sie mit dem Todesstern gemeinsam hat

R = Remissionsphase oder Restsekretion

Jeder Neuling, alter Hase oder unsere Nicht-Diabetiker haben diesen Begriff Remission, Remissionsphase oder Inuslin Restsekretion bestimmt schon einmal gehört oder gelesen und damit genauso viel angefangen wie ich … nämlich nichts 🙂

Was interessiert mich denn der Kram am Anfang, da hatte ich wirklich andere Themen im Kopf als mich mit irgendwelche Fachwörter zu beschäftigen. Ich werde in diesem Blog nur über den Begriff Remssion bzw. Remissionsphase schreiben. Bei allen Wörtern, die mit … sekretion oder … sekret enden, wird´s mir wirklich schlecht *würg*.

Warum so ein komisches Wort?

Warum? Hallo?, da hocken Mediziner rum, die alle Latein lernen mussten. Glaubst Du immer noch ernsthaft, Latein wäre ne Weltsprache? Neeeeeiiiin, die finden das geil und keiner hat es ihnen gesagt, dass Englisch die Weltsprache ist. So stehen unsere Mediziner jeden Tag brav auf und schalten auf Latein um, sobald sie einen tollen Begriff für irgendeine Krankheit, Symptom etc. finden müssen oder gefunden haben 🙂 Sobald ich die Weltherrschaft an mich gerissen habe, werde ich mit Pinky Latein abschaffen und alle Mediziner von dieser lateinischen Sklaverei befreien.

Jetzt habe ich die Arbeit und muss mittels Copy&Paste die Übersetzung einfügen 😀

Klugscheisser-Übersetzung
Remission
(lateinisch remittere „nachlassen“, „zurückschicken“) bedeutet in der Medizin das vorübergehende oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen körperlicher bzw. psychischer Natur, jedoch ohne Erreichen der Genesung. (Quelle://de.m.wikipedia.org/wiki/Remission_(Medizin)

Neudeutsch-Übersetzung für alle Star Wars Fans
Die Bauchspeicheldrüse macht einen auf Todesstern. Eine gewisse Zeit lang können sich darin lebenden Betazellen noch halten. Am Ende können die Rebellen (Antikörper) unseren Schutzschild deaktivieren und die Betazellen gehen hops. Nein, ok, die Bauchspeicheldrüse explodieren nicht! Mir gefällt´s!

Die Remission hat also auch nichts mit „Remis“ vom Schach zu tun, was mit dem Wiederherstellen des Ausgangszustandes von den kleinen Figürchen zu tun hätte. Es gibt nur ein nach vorn und kein zurück zur Hoffnung.

Nach der Ersteinstellung sinkt oft der Insulinbedarf

Sobald wir Zuckerjunkies unseren ersten Schuss Insulin bekommen haben und eingestellt wurden, bemerkt man relativ schnell, dass man auf einmal viel weniger Insulin benötigt. Ja, wir spritzen uns regelrecht und regelmäßig in den Unterzucker, weil unsere Bauspeicheldrüse vom ersten Zuckerschock wieder erwacht.

Unser Bauchspeicheldrüse ist nun wieder auf dem Damm und merkt doch glatt, dass da noch Reste vom Insulin übrig sind, die wir auch bekommen sollen. Da es sich um Reste handelt, wird hier irgendwann mal Ende sein. Wie beim Resteessen da gibt´s auch nicht unendlich viel Futter. Wenn die Reste weg sind, sind sie eben weg.

Kein Insulin ist auch Insulin

Es kommt bei vielen Erstdiagnosen vor, das die von extern zugeführte Insulinmenge so gering ist, dass man sogar darauf verzichten könnte. Diese Idee habe ich persönlich komplett verworfen und immer brav zum Essen mein Insulin gespritzt. Warum? Na, wenn meine Bauchspeicheldrüse mir noch etwas Gutes tun möchte, so wollte ich sie dabei unterstützen. Weiterhin bin ich fest davon überzeugt, dass man durch die Entlastung der Bauchspeicheldrüse mehr von den Resten bekommt, weil sie eben nicht alles rausballern muss. Ich habe daher meine BE-Faktoren immer angepasst und auch mein damals noch mit dem PEN gespritztes Langzeitinsulin (Protaphane)

Regelmäßig messen und auf Unterzuckerungen achten

Gerade am Anfang sollte man unbedingt auf seine Zuckerwerte achten und wirklich regelmäßig messen, um frühzeitig Unterzuckerungen zu bemerken und gegenzuwirken. Achtet vor allem beim Sport darauf. Gerade in Kombi mit Insulin, Sport und eben Remissionsphase kann es ganz schnell in den Keller gehen.

Wann ist die Remissionphase vorbei?

Die Remissionsphase ist Deine eigene persönliche Zeitreise zu uns ins Land der Zuckerjunkies. Sie kann ein paar Monate oder auch locker ein Jahr dauern. Wer weiß das schon?
Was ich aber versprechen kann ist, dass Du es merken wirst. Sobald die Bauchspeicheldrüse wie eine Zitrone komplett ausgedrückt ist, wird der Blutzucker auf einmal steigen und somit auch der Insulinbedarf. Die Streberwerte sind somit erst einmal hinüber, bis Du wieder auf der Spur bist 🙂

Quelle: https://www.dzd-ev.de/fileadmin/DZD/PDF/04_Medizin_Heilung.pdf

Fazit: Was bringt´s mir?

Nichts. Bekommst trotzdem den finalen Diabetes.
Sei Dir aber gewiss, wenn Du Dich Deinem Diabetes öffnest, Dich mit ihm beschäftigst und ihn besser kennenlernst, so wird es ein guter Freund und Kumpel. Mit Deinem neuen Freund wirst Du durch dick und dünn gehen. Dein neuer Freund wird Dich nie hängen lassen und sich auch um Dich kümmern. Warum? Weil Dir Dein neuer Freund gehörig in den Arsch treten wird, wenn Du Dich nicht um Eure neue Freundschaft kümmerst. Ja, ich weiss, viele „Freunde“ machen das nicht. Er schon und Du kannst nicht weglaufen!

Denke immer daran: Was zwischen dir und deinem Diabetes steht, ist die Bullshitstory, die du dir jeden Tag erzählst!

Ich wurde letztens gefragt, ob ich noch Restinsulin habe? Klar! Im Kühlschrank!

***
Vielen Dank für´s Lesen

Wenn Du Freunde oder Bekannte hast, die dieser Blog interessieren könnte oder sie vor ähnlichen Situationen stehen, so teile diesen Blog und helfe ihnen. Wenn Dir der Block nicht gefallen hat, so teile ihn mit Menschen, die Du nicht magst 🙂

Der Diabetiker Podcast: Zuckerjunkies
Hier gibt´s „Süßes“ auf die Ohren. Abonniere Dir den  gleichnamigen Podcast Zuckerjunkies bei iTunes oder Player FM (Adronit)

Wir lesen und hören uns,
Dein Zuckerjunkie

%d Bloggern gefällt das: