Mazedonien – zuckersüßer Spaß

Na, das war ja ein Wochenendtripp vom Feinsten. Wir waren auf eine Hochzeitsfeier nach Mazedonien eingeladen. Brav alles für den Flug vorbereitet und nochmals mein Notfallkit gecheckt.
Der Flughafen wie immer spaßig und diesmal kein Sprengstofftest für die Insulinpumpe. Dafür Kofferkontrolle … „was ist da in der kleinen Tasche?“. Es geht halt immer was 🙂
So geil! Ohne Witz, mir macht das Spaß. Hab a) nichts zu verbergen und b) freut es mich, dass es die Jungs und Mädels genau nehmen und nicht alles und jeden ins Flugzeug lassen. Ich bin drin :o)

Abflug. Blutzucker traumhaft.

Ankunft in Mazedonien. Blutzucker immer noch topp. Ankunft im Hotel.

Abendessen … Ade Blutzucker 🙂

Am Anfang war alles super. Klar. War ja auch erst der Startschuss mit 99 mg/dl und nicht die Ziellinie 🙂
Wenn ich in einem fremden Land bin, futter ich alles nur nicht Schnitzel mit Pommes! Es gab soooo viele Sachen, die entweder mit viel Öl zubereitet, frittiert oder überbacken wurden. Weissbrot war dort nicht wegzudenken. Klar mit viel Suchen, findest du bestimmt auch Vollkornbrot aber ich esse das, was dort eben alle essen.
Völlig egal. Andere Länder andere Sitten. Ich gehe bestimmt nicht an den Tisch, um Salat zu essen. Den kann ich auch zu Hause essen!

Alles reingeballert, was nicht bei 3 auf dem Baum war.

Die FPEs (Fett-Protein-Einheiten) haben geglüht

Ohne die FPEs zu berücksichtigen, brauchst du dort gar nicht erst anfangen zu essen 🙂 … was zumindest mein Essen anging. Hammer. Ich war wohl ständig auf Multiwave, was jetzt nicht die Bezeichnung für eine Raveparty steht, auch wenn es so klingt 🙂

Falls du jetzt FPE nicht kennst, kommt hier ne Kurzfassung: Wir nehmen jetzt keine Cola, Obst oder so etwas, sondern die Häppchen auf dem Tisch. Nimm einmal andere Kohlenhydrate, die schneller ins Blut gehen wie z.B. Toastbrot und werfe es ans Fenster. Welch Überraschung, es fällt gleich auf den Boden. Das wären jetzt unsere „schnellen Kohlenhydrate“. Kleister das Toastbrot nun mit Butter oder Schmalz voll. Was du halt gerade „klebriges“ im Kühlschrank hast.
Werfe es jetzt an die Fensterscheibe und betrachte die Geschwindigkeit mit der es langsam nach unten rutscht. Jepp. Das macht Fett mit deinen Kohlenhydraten, die normalerweise schneller ins Blut gelangen, wenn du eben kein Fett gleichzeitig aufnimmst. Fett kann hier alles mögliche sein und sich auch in allem verstecken wie z.B. Soßen, Dressing, Frittiertes, Sahneeis usw.
Diese Verlangsamung muss du somit auch beim Essen berücksichtigen, indem du weniger Insulin am Anfang spritzt und den Rest über eine Zeit x in Stunden verzögerst, um diese langsamen Kollegen später abzufangen.

Da nie alle Kohlenhydrate eingebremst werden können, musst du ein Gefühl dafür entwickeln, wieviele Insulineinheiten du von den gesamten BEs zu Beginn spritzen möchtest. Üben, üben, üben.

Ich persönlich mache mich da im Urlaub nicht wuschig, weil du gewisse Dinge, die du selber nicht zubereitet hast, eben nicht beeinflussen kannst. Vor allem, wenn du stääääändig im Urlaub am Naschen bist, von nem Zeug, das man so in Deutschland nicht herbekommt bzw. nicht auf die Idee kommt sich das irgendwie zuzubereiten. Leider geil!

Jetzt schau dir mal diese Tafel an … das war die erste Vorspeise …

War unglaublich lecker aber voll mit lauter kleinen fleischigen, fettigen oder gebackenen Überraschungen … das war´s mit dem Zucker. Bis zur Landung in Deutschland habe ich mit meinem Zucker gekämpft 🙂 aber es hat sich gelohnt. Nach dem Frühstück in Mazedonien habe ich bis zur Landung in Deutschland nichts mehr gegessen. Das war der Trick 🙂 Einfach aussitzen! Alles gut.

WICHTIG – 3 Dinge bitte beachten

  1. Wenn du mal so einen Abschuss hast, dann baller dir nicht jede Stunde Insulin rein. Warte einfach ab, was deine Korrektur macht. Wenn dein Insulin 3 Stunden Wirkungsdauer hat, warte diese also ab. Um so mehr Insulin du abgibst, um mehr verlängert sich dessen Wirkung. Dumm ist es nur, wenn du eben schon wieder nach 3 Stunden zum Schaufeln gehst 🙂 Daher immer die Wirkungsdauer abwarten und während dessen immer brav Spaß haben und vielleicht nur mal die Hälfte spritzen. Riskiere keinen Absturz.
  2. Wenn du völlig gaga wirst, musst du eben die Reißleine ziehen und aufhören Zeug zu essen, was du nicht schätzen kannst. Geh über zu kontrollierten BEs und essen morgens bekannte Sachen wie Brot, Müsli aaaaber keine Butter! oder andere fettigen Sachen! Die sind erst einmal tabu, bist du deinen Zucker wieder im Griff hast. Wenn du das mit dem Frühstück machst, solltest du spätestens zum Kaffee wieder einen einigermaßen normalen Zucker haben.
  3. Spritz vor allem nicht zuviel Insulin zu unbekanntem Essen, damit du vielleicht ständig gute „Kellerwerte“ hast aber am Ende nicht einmal die Stufen ohne einen Unterzucker hochkommst. Das wäre doch auch wieder völlig Banane.

Ich für meinen Teil wusste, dass es so zugehen wird und habe es einfach akzeptiert und das Essen genossen. Es war ja nicht so, dass ich hier 300 oder 400 mg/dl hatte. Mein Zucker ist eben immer um die 150 – 280 mg/dl gepurzelt.

Treffe eine Entscheidung, ob du dich während deines Urlaubs verrückt machen willst oder einfach keine Leckereien auszulassen willst. Akzeptiere die Entscheidung und auch den dadurch vielleicht aufgetretenen Überzucker. Komm aber bitte nicht auf die Idee, dich bei deinem Umfeld zu beschweren. Es war schließlich deine Entscheidung!

Wenn der Überzucker kommt und du die Insulinwirkung abwartest, setze dich einfach in die pralle Sonne, zieh die Sonnenbrille auf, lass´ dich leicht karamellisieren und bestelle dir einen ungesüßten Latte Macchiato und häng den Finger rein …. denn süß genug bist du ja jetzt.

Ich danke dir für´s lesen
dein Zuckerjunkie

 

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