Mammutmarsch München 2018 – 100km in 24 Stunden

„Was macht Ihr so am Wochenende?“ „Wir machen nen 100km Mammutmarsch und Frodo hier? der bringt den Ring zum Schicksalsberg!“

 

Ich liebe Sachen auszuprobieren und mich immer wieder an Grenzen zu begeben. So kam es auch zu dieser Aktion mit dem Mammutmarsch in München am 28.07.2018

Zu verdanken habe ich diese Aktion meinem Schatz. Wir waren etwas gefrustet, weil wir den Karvendelmarsch verpennt haben. War einfach kein richtiger Fokus drauf. Sonst wäre das Ding auch schon eingetütet. Egal, jedenfalls habe ich den Mammutmarsch in München gleich gebucht und mir danach erst Gedanken gemacht wie ich als Zuckerjunkie die 100km in 24 Stunden angehe. Im wahrsten Sinne des Wortes 🙂

Scheiss auf´s Essen! Nimm Pferdesalbe mit!

Einer der geilsten Kommentare nach dem Aussteigen von meinem Schatz war zu meiner Frage: Was wirst Du beim nächsten Mal anders machen? „Scheiss auf´s Essen! Nimm Pferdesalbe mit!“

Die Vorbereitungen waren schnell erledigt

Training? Wir haben ein paar Touren gemacht und nachdem wir einmal die 30km angelaufen sind und auch noch ordentlich Regen abbekommen haben, waren wir vorbereitet 😉

Rucksack = Limits

Mit dem Rucksack war klar, was mitgeht und was nicht. Ich habe mir mehr Gedanken über das Essen gemacht und eben den Plan B, wenn es mit der Versorgungsstelle knapp wird … also, wenn ich diese mal nicht erreiche, weil ich aussteige oder weil ich im Wald liegen bleibe, oder oder oder …

– 8 Isoriegel in Summe 16 BE (viel zu viel)
– 6 Liquids in Summe 24 BE
– [Werbung] Notfallcase von mysugarcase
– Regenhose und Regenjacke sind gleichzeitig für die Nacht
– Wechselsocken, Kompressionstulpen
– Taschentücher
– Regencape, um anderen zu helfen
– Notfalldecke, auf dass wir die für keinen Teilnehmer brauchen
– GPS als Unterstützung (lasse ich beim nächsten Mal zu Hause)
– Trinkblase mit 2 Liter
– Stirnlampe und Ersatzbatterien
– kleiner Müllbeutel

Damals habe ich einen Post in Instagram gemacht, indem ich mit Versehen 4 anstatt 8 Stück geschrieben. 8 hatte ich dabei. 4 Riegel zu viel. 6 Liquids! 2 zu viel.

Pumpeneinstellung

Ich habe vor dem Start noch eine Banane gegessen und meine TemporäreBasalRate (TBR) auf 70% mit einer Laufzeit von 24h eingestellt. Hat gepasst.

Blutzuckerverlauf während dem Mammutmarsch

Zwei Fehler habe ich vor dem Lauf gemacht:

1. Wir sind abends angereist und ich habe abends noch ein alkoholfreies Weizen getrunken und gespritzt. War wohl nicht so gut und mein Zucker wollte in der Nach nicht hoch. Warum auch immer. Wurscht. Frühstück wir´s schon richten … naja.

2. Frühstück war OK aber eben nicht so, wie ich sonst frühstücke. Ich esse morgens, falls möglich, keine Kohlenhydrate und wenn, dann gescheite. Es gab dort für jeden vorbereitet auf einer Schale und Korb: ein paar Brötchen, Wurst- und Käsescheiben und ein Kryptonit, gegen das ich nicht widerstehen kann, wenn´s da ist: Nutella mit Butter. Mega … und voll scheisse 🙂

Ergebnis sieht man ja in der Linie. Nein , kommt nicht alles vom Unterzucker. Selbes Frühstück gab´s kurz vor 9 Uhr am Sonntag und wieder ein´s auf die Mütze, obwohl ich mehr Insulin gespritzt habe.

Wir sind um 16:45 Uhr gestartet und nachdem die zuvor gefutterte Banane etwas an Wirkung verloren hat, pendelte sich der BZ schön ein und war immer zwischen ~ 70 mg/dl und 180 mg/dl. Da wird auch nicht korrigiert! Never! Solange, der Zucker nicht durch die Decke (> 250 mg/dl) geht, mache ich bei solchen Belastungen keine Korrektur. Maximal wird hier an der TBR gespielt und sonst nix.

Essen in Hülle und Fülle

Bananen im Überfluss, Riegel, schnelle Milchbrötchen oder so was in der Art und etwas, was sich Schoko-Croissant nennen möchte. Rein mit. Egal.

 

 

km 38 – Ich bin dann mal raus

Wir haben unterwegs schon eine klasse kleine Truppe gehabt, die sich gegenseitig motiviert und natürlich auch mächtigen Spaß gemacht hat.

Ist das normal, wenn man aus dem Schuh blutet?

Einen unserer Mammuts haben wir leider unterwegs schon verabschiedet. Nein, er hat nicht aus dem Schuh geblutet aber fühlte sich so, als ob seine Füße bluten.

Bei mir hat sich kurz nach der 1. Verpflegungsstelle das Knie gemeldet. Dem altbekannter Schmerz kurz „Hallo“ gesagt und weiter im Marsch. Nach ein paar Kilometer gesellte sich ein neuer Schmerz in der Hüfte hinzu. Kenne ich nicht! Mag ich nicht! = Schmerztablette und schauen was so geht …. Nichts …. 2. Schmerztablette und Tempo auf „Lahmarschig“ gedrosselt. Unser kleiner Trupp hat immer wieder wegen mir warten und vor allem langsamer machen müssen.

Da bei mir sonst alles OK war und ich gefühlt Essen für die gesamte Mammutherde dabei hatte, habe ich beschlossen einen Schlussstrich zu ziehen und bei der nächsten Shuttle-Station auszusteigen.

Wir waren an der Shuttle Station genügend Mammuts und haben ein Taxi bestellt, das uns von km 38 wieder zurück zum Start nach Tutzing gebracht hat. Rund 60 EUR für 6 Personen. Gleich zur Info.

Um 03:30 habe ich im Hotel einen Riegel gefuttert und habe nach ein paar Stunden Schlaf und kurzes Frühstück mein Schatz und eine neu gewonnene Freundin bei der 4. Verpflegungsstelle nach !!! 69 km !!! eingesammelt. Hammer, oder?

Learnings? Fazit?

Zitat von Martin: Wenn Deine Füße nicht mehr wollen, frag Deinen Kopf. Wenn Dein Kopf nicht mehr will, frag Deine Füße!

Meine Freundin und ich haben uns gleich wieder angemeldet! Egal wie, die 100km werden voll gemacht. Entweder am Stück oder in Summe 🙂

Zum Schluss noch ein paar Bilder … bis km 38 😉

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